Was und wer ist RUHEBAUM?

Der Wald als Arzt und (Aroma-)Therapeut

Über die gesundheitsfördernde Wirkung der Natur

Der Wald war immer schon Sehnsuchtsort der Deutschen. „Gut für Körper, Geist und Seele“ heißt es einstimmig. Aber warum ist das so? Wissenschaftler auf der ganzen Welt widmen sich dieser Frage. Der Umfang an Studien, die sich mit der heilsamen Wirkung des Waldes beschäftigen, ist riesig. Darin heißt es unter anderem, dass der Aufenthalt im Grünen die Blutgefäße und Bronchien, sowie die Lungenkapazität und das Immunsystem stärkt. Zudem wirkt sich die „Kraftquelle Natur“ positiv auf Herz und Kreislauf, sowie das Nervensystem aus.

 

Frei von Staub, voll mit gesundheitsfördernden Stoffen

Fest steht, dass Waldluft 90 Prozent weniger Staubteilchen enthält als Stadtluft. (vgl. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft). Das hat insbesondere für Allergiker, Asthmatiker und Neurodermitis-PatientInnen einen heilsamen Effekt. Das besondere „Innenklima“ des Waldes kann jedoch noch viel mehr: Die – sogar im Hochsommer angenehm kühle – Luft enthält Stoffe, die sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Wussten Sie, dass Bäume Substanzen – unter anderem Phytonzide und Terpene – freisetzen, die den gesamten Körper stärken? Manche sind ganz deutlich zu riechen. Andere werden nur unterbewusst wahrgenommen. Dennoch wirken sie ganzheitlich. So werden mit jedem Atemzug ätherischen Öle aufgenommen, die gut für das Immunsystem und den menschlichen Organismus sind. Eine Studie der Universität Exeter aus dem Juni 2019 zeigt auf, dass sich auch Herz-Kreislauf-Beschwerden, Diabetes und psychische Belastungen bei regelmäßigen Waldbesuchen verbessern.

 

„Der Wald ist das Krankenhaus der Seele.“

Hubert Maria Dietrich

 

Das grüne Anti-Stress-Programm

Waldaufenthalte helfen beim Abbau von Stress, fördern einen gesunden Schlaf und führen zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit. Die bewusste Auszeit im Grünen sorgt dafür, dass der Blutdruck sinkt, der Puls sich verlangsamt und die Konzentration des Stresshormons Kortisol abnimmt. Der japanische Forscher Yoshifumi Miyazaki hat 2011 nachgewiesen, dass der Kortisol-Spiegel bereits bei einem Spaziergang durch den Wald um 12,5 Prozent sinkt. Ergänzend dazu fand der Mediziner Bum-Yin Park heraus, dass sich der Blutstrom im Gehirn bei Waldbesuchen verlangsamt.  Das diffuse Gefühl des „zur-Ruhe-Kommens im Wald“ ist also körperlich messbar.

 

Der Wald im Kampf gegen den Krebs

Der Wald „schluckt Kortisol“, wirkt reinigend, entschleunigend und auf vielerlei Ebenen heilsam. Terpene stimulieren im menschlichen Körper Immunzellen. Dies aktiviert die körpereigene Abwehr und hat einen positiven Effekt auf die Immunfunktion. Der Pionier der Waldmedizin, Professor Qing Li, hofft, dass sich mit dieser Kraft vielleicht sogar Krebserkrankungen verhindern lassen. Die „medizinische Laufbahn“ des Waldes bleibt also spannend …

 

Herzliche Einladung auf einen Besuch in der Waldapotheke

In das besondere Wohlfühl-Klima des Waldes können Sie jederzeit bei einem Besuch bei uns im Wallersteiner Forst eintauchen. Wir laden Sie herzlich ein, Natur-Momente zu erleben und dabei die drei Standorte unserer Wallersteiner Ruhewälder zu entdecken. Einmal im Monat ist dies sogar in Begleitung eines RUHEBAUM Försters möglich: Bei einer kostenlosen Führung können Sie tief in das grüne Gesundheits-Elixier eintauchen und erfahren nebenbei allerhand Wissenswertes rund um den Wald und unsere RUHEBAUM Philosophie. So wird Ihr Besuch ein ganzheitliches Erlebnis für Körper, Seele und Geist.

 

Buchen Sie hier Ihre Führung

 

Übrigens: Allein der Anblick von Bäumen wirkt sich positiv aus. Dies stellte der  schwedische Forscher Roger Ulrich im Jahre 1984 fest. Nehmen Sie zum nächsten Besuch also gerne Ihre Kamera mit um sich im Anschluss Daheim oder im Büro ein ganz persönliches Anti-Stress-Foto aufhängen zu können.


Im Namen der Enkel und Ahnen

Süddeutsche Zeitung: Serie “Wald und Mensch”

900 Jahre reicht das Haus der Fürsten zu Oettingen-Wallerstein zurück. Carl-Eugen, der Erbprinz, hat nicht nur drei Schlösser, sondern auch 11 000 Hektar Wald übernommen – das Hauptgeschäft der Familie. Eine Geschichte über Demut und Verantwortung.

Ein Auszug aus dem Artikel “Im Namen der Enkel und Ahnen” der Süddeutschen von Florian Fuchs

Vorne liegt der Eingang, zum Ruhebaum-Wald: drei Hektar schönster Mischwald, Buchen und Fichten, Lärchen und Kiefern. Statt auf einem Friedhof können sich Menschen seit drei Jahren hier in einer biologisch abbaubaren Urne unter einem Baum bestatten lassen. “Eine Herzensangelegenheit”, sagt Carl-Eugen zu Oettingen-Wallerstein.

Statt auf die mit Hackschnitzeln bestreuten Wege des Ruhewalds zeigt der Statthalter eines der ältesten Adelsgeschlechter Deutschlands aber erst einmal hinter seinen Rücken: Ein jüdischer Friedhof aus dem 17. Jahrhundert ist dort zu sehen, den die Herrscher damals der jüdischen Gemeinde zur Verfügung gestellt haben. Oettingen-Wallerstein sagt: “Da hatten meine Vorfahren schon ein ähnliches Thema, wie ich es 400 Jahre später direkt auf der anderen Seite umgesetzt habe.” [….]

Lesen Sie den Artikel bequem online auf Süddeutsche.de oder als Download.


Alle Infos zu unseren Führungen

Wissenswertes über RUHEBAUM

Sie möchten mehr zu unserem RUHEBAUM Konzept erfahren? Lernen Sie uns bei einer kostenlosen Führung kennen! Entweder in der Gruppe oder zu einem individuell vereinbarten Termin. Wie lange diese dauern, welche Wegstrecke sie zurücklegen und was es sonst noch zu beachten gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Einmal im Monat: RUHEBAUM Führungen in der Gruppe

Die Wallersteine Ruheforste stehen Besuchern jederzeit offen. Sehr gerne können Sie für sich allein bei einem Spaziergang in die besondere Atmosphäre der RUHEBAUM Friedwälder eintauchen. Oder Sie nehmen an einer kostenlosen Info-Führung in Begleitung unserer Mitarbeiter teil. Diese finden jeden ersten Samstag im Monat (ausgenommen 1. Januar 2022, Ersatztermin: 8. Januar 2022) zu folgenden Zeiten statt:

Die Führungen finden in Kleingruppen und bei jedem Wetter statt. Sie dauern etwa eine Stunde und es werden circa 1500 Meter zurückgelegt. Bitte beachten Sie, dass es ausschließlich naturnahe Gehwege gibt. Diese sind nicht asphaltiert und können bei Nässe rutschig sein. Wir empfehlen festes Schuhwerk. Die Wege sind eingeschränkt Kinderwagen- und Rollstuhlgeeignet – halten Sie dazu bitte Rücksprache mit den RUHEBAUM Mitarbeitern.

Ganz nach Ihrem Zeitplan: Die individuelle RUHEBAUM Führung

Unabhängig zu unseren monatlichen Führungen, besteht natürlich auch die Möglichkeit eines individuellen Termines. Dafür öffnen Sie bitte das Buchungsformular  und wählen einen der drei Standorte aus. Ihnen werden dann verfügbare Daten angezeigt aus denen Sie einen passenden Termin auswählen können. Nach Eingabe Ihrer Kontaktdaten und Versand der Anfrage erhalten Sie von uns eine Termin-Bestätigung per E-Mail. Die Führungen können bei jedem Wetter stattfinden. Ein RUHEBAUM Mitarbeiter nimmt sich circa eine Stunde Zeit für eine Führung und Ihre Fragen. Bitte beachten Sie, dass circa 1500 Meter auf naturnahen Gehwegen zurückgelegt werden. Wir empfehlen festes Schuhwerk. Bei einem Besuch mit einem Kinderwagen oder Rollstuhl informieren Sie die RUHEBAUM Mitarbeiter bitte vorab.

 

Jetzt direkt den RUHEBAUM Friedwald entdecken: Die virtuelle Führung

Bis zur nächsten Gruppen-Führung oder zu Ihrem individuellen Termin dauert es noch etwas? Dann sammeln Sie doch erste Eindrücke bei einer digitalen Führung. Hier erfahren Sie in knapp 7 Minuten bereits allerhand Wissenswertes über den gewidmeten Bestattungswald, die Grabarten, RUHEBAUM als Vorsorge zu Lebzeiten, die Baumauswahl oder den Ablauf einer Beisetzung.

 

Sie möchten eine Führung buchen oder haben weitere Fragen?

Kontaktieren Sie uns gerne unter Telefon 09081-8052621, per Email an info@meinruhebaum.de oder via Kontaktformular. Um über neue Termine und weiterführende Themen informiert zu werden, abonnieren Sie bitte den RUHEBAUM Newsletter.


Steckbrief Baum

Die Symbolkraft unserer unterschiedlichen Ruhebäume

Der Baum wird als ein Zeichen für das Leben betrachtet. Er symbolisiert das Wachstum und die Entwicklung des Menschen sowie den Lebenszyklus und die Vergänglichkeit. Darüber hinaus wird einzelnen Baumsorten besondere Symbolkraft zugesprochen. Unsere RUHEBAUM Försterinnen haben die unterschiedlichen Eigenschaften und Bedeutungen der buchbaren Baumarten der Wallersteiner Ruheforste für Sie zusammengestellt.

 

Der Bergahorn – der spezielle Individualist

Der Bergahorn (Acer pseudoplatanus) ist ein sommergrüner Baum mit einer stattlichen Wuchshöhe von bis zu 40 Metern. Er kann bis zu 500 Jahre alt werden. In Baumhoroskopen  wird der Bergahorn als spezieller Individualist beschrieben.

 

Die Buche – die Königin des Waldes

Die Buche (Fagus silvatica) wird oft als Königin des Waldes bezeichnet. Sie wirkt durch ihre Wuchshöhe von bis zu 40 Metern und ihr Erscheinungsbild wie eine Verbindung zwischen Himmel und Erde. Die älteste Buche Europas ist über 500 Jahre alt.

 

Die Hainbuche – die Robuste

Die Hainbuche (Carpinus betulus) ist ein sommergrüner Baum und behält die Blätter in braunem Zustand bis zum Frühjahr an den Zweigen. Hainbuchen werden bis zu 150 Jahre alt und bekommen eine Wuchshöhe von circa 20 Metern. Sie haben ein sehr hartes Holz, weswegen es auch heute noch die Bezeichnung „hagelbüchern" gibt, die einen robusten Menschen beschreibt.

 

Die Douglasie – die Anpassungsfähige

Die Douglasie (Pseudotsuga menziesii) ist ein immergrüner Nadelbaum deren Nadeln beim Zerreiben nach Zitrusfrüchte duften. Sie ist äußerst anpassungsfähig, erreicht eine Wuchshöhe von 50 Metern und kann bis zu 400 Jahre alt werden. Übrigens, die Douglasie ist die Lieblingsbaumart unseres Gründers, Prinz Carl-Eugen, der diese Baumart seit fast 15 Jahren als Beimischung in jungen Waldbestände für seine Kinder, Enkel und künftigen Urenkel pflanzen lässt.

 

Die Eiche – Sinnbild für Stärke und Kraft

Die Eiche (Quercus) ist unbeugsam und autark. Mit einem Alter von bis zu 1.000 Jahren und einer Wuchshöhe von bis zu 35 Metern ist sie ein Sinnbild für Größe und Stärke. Sie steht für Kraft, Beständigkeit und für den Kampf, einschließlich des Sieges.

 

Die Esche – der Baum der Besonnenen

Die Esche (Fraxinus) wird bis zu 40 Meter hoch und 250 Jahre alt und ist der Baum der Besonnenheit und des Ehrgeizes. Yggdrasil, die Weltenesche, spielt eine wichtige Rolle in der germanischen Mythologie.

 

Die Fichte – Symbol für Klarheit und Hoffnung

Die Fichte (Picea abwies) ist ein immergrüner Nadelbaum. Der Baum wird je nach Standort zwischen 20 und 60 Meter hoch und kann ein Alter von bis zu 300 Jahren erreichen. Durch ihren geraden und geordneten Wuchs symbolisiert die Fichte Klarheit. Durch ihr schnelles Wachstum galt sie bei den Römern als Hoffnungs-Symbol.

 

Die Kiefer – eine wahre Überlebenskünstlerin

Die Kiefer (Pinus) ist eine wahre Überlebenskünstlerin. Sie kann bis zu 1.000 Jahre alt werden und gilt damit als Symbol für Langlebigkeit und Ausdauer. Ihr Harz duftet einzigartig würzig und ist Balsam für gestresste Menschen.  Je nach Standort haben Kiefern eine Wuchshöhe von 20 bis 60 Metern.

 

Die Lärche – der Baum mit der charakterstarken Rinde

Die Lärche (Larix decidua) zeichnet sich durch einen besonderen Habitus und eine charakterstarke Rinde aus. Sie wird circa 600 Jahre alt und kann eine Höhe von bis zu 50 Metern erreichen. Dieser sommergrüner Baum hat im Frühjahr einen sehr frischgrünen Austrieb, welcher sich im Sommer dunkler färbt und im Herbst in ein leuchtendes Goldgelb übergeht. Die Lärche wurde im Altertum als ein starkes und magisches Wesen verehrt.

 

Die Linde – der Baum der Liebe

Die Linde (Tilia) hat ein herzförmiges Blatt, welches die Verbindung zu Liebe und Glück herstellt. Sie war der Göttin Freya geweiht. Freya ist die Göttin der Liebe, des Glücks und der Fruchtbarkeit. Mit einem Alter bis zu 800 Jahren und einer Wuchshöhe bis zu 40 Metern steht sie schon immer mitten in unserem Leben.

 

Die Mehlbeere – ein wichtiger Nährbaum für Vögel und Insekten

Die Mehlbeere (Sorbus aria) wird auch Vogelbeere genannt und ist ein Nährbaum für Insekten und Vögel. Sie gehört zur Familie der Rosengewächse und wird bei bis zu 12 Metern Höhe circa 200 Jahre alt. Der Habitus ähnelt eher einem Großstrauch mit mehreren Stämmen.

 

Der Spitzahorn – ein sommergrüner Schutzbaum

Der Spitzahorn (Acer platanoides) wird circa 150 bis 200 Jahre alt und etwa 30 Meter hoch. Die Nussfrüchte dieses sommergrünen Baumes werden von Kindern gerne als Nasenzwicker verwendet. Der Spitzahorn gilt in der Mythologie auch als Schutzbaum.

 

Die Weißtanne – das Symbol für Lebenskraft

Die Weißtanne (Abies alba) steht symbolisch für Lebenskraft und ständigen Wachstum. Weißtannen werden circa 500 Jahre alt und erreichen eine Höhe von bis zu 50 Meter. Der Name Weißtanne kommt daher, dass der Stamm der Tanne im Vergleich zur Fichte sehr viel heller ist.

 

Die Ulme – der Baum der Intuition

Die Ulme (Ulmus glabra) gilt als Baum der Intuition und des Erwachens. Der Geist der Ulme hütet das Wissen.  Die eher seltene Baumart kann ein Alter von circa 400 bis 500 Jahren erreichen und bis zu 20 Meter hoch werden.

 

Die Fürst Wallerstein Forstbetriebe pflegen seit Generationen den stabilen Mischwald des Wallersteiner Forst. Die aufgezeigten Baumarten können an den RUHEBAUM Standorten entdeckt und als persönlicher letzter Ruhebaum ausgewählt werden.

 

Ihr individueller Ruhebaum

Sie möchten die verschiedenen Baumsorten der Wallersteiner Ruheforste in Natur erleben? Ihnen gefällt die Vorstellung der letzten Ruhe unter einem eigenen Baum? Sie möchten nach dem Tod eins werden mit der Natur und im Schutze eines Baumes die letzte Ruhestätte finden? Dann ist das RUHEBAUM Konzept perfekt für Sie geeignet! Eine Bestattung unter dem eigenen Ruhebaum ist die grüne und nachhaltige Alternative zur klassischen Beerdigung. Sie führt die lebenslange Begleitung durch den Baum zu einem schlüssigen, würdevollen Ende. Der Baum kann für die Hinterbliebenen einen kraftvollen Ort der Zuflucht und des Erinnern darstellen. Vereinbaren Sie gerne einen Termin für eine Führung – entweder jeden ersten Samstag im Monat mit einer kleinen Gruppe oder ganz individuell nach Ihren Zeitvorstellungen. Um weitere spann.ende Artikel zum Thema Baum, Bestattung und Abschiednehmen zu erhalten, abonnieren Sie gerne den RUHEBAUM Newsletter.


Fakten am Freitag

Fünf kuriose Fakten rund ums Thema Bestattung

Warum werden Verstorbene eigentlich mit den Füssen vorab aus dem Haus getragen? Wieso gilt schwarz als Trauerfarbe? Warum werfen die Trauergäste Sand oder Erde in das Grab? Was hat es mit dem Begriff „Leichenschmaus“ auf sich. Und gibt es wirklich eine Region, wo das Sterben verboten ist? Die Antworten zu diesen Fragen liefert dieser Artikel.

 

1. Warum werden Verstorbene mit den Füssen vorab aus dem Haus getragen?

Schon weit in der Vergangenheit wurden Verstorbene mit den Füssen zuerst aus dem Haus getragen. Dieser Brauch entstand aus Angst vor „Wiedergängern“. So sollte vermieden werden, dass die Seele den Weg ins Haus zurück findet. Unabhängig davon hat es bis heute auch mit Respekt zu tun: Auch Kranke werden nicht rückwärts transportiert, sondern so, dass sie den Weg sehen können.

2. Warum gilt schwarz als Trauerfarbe?

Die Farbe Schwarz steht im westlichen Kulturkreis für Trauer. Begründet werden kann dies zum einen mit der christlichen Farbsymbolik: Ab dem 6. Jahrhundert kleideten sich Benediktiner-Mönche schwarz, um der spirituellen Dunkelheit der Seele gerecht zu werden. Schwarz gilt aber nicht nur aufgrund von religiösen Motiven als Trauerfarbe. Lange Zeit war schwarze Kleidung kostspielig. Während unbehandelte Stoffe in Grau oder Beige die Alltagskleidung darstellten, musste schwarze Kleidung gefärbt werden und war dementsprechend wertvoll. Um sich zu Ehren des Verstorbenen feierlich zu kleiden, griff man daher am Tag der Beisetzung zu schwarz. Dieser Brauchtum weicht aktuell auf. Nicht selten wird explizit bunte Kleidung für die Beerdigung erbeten. In vielen asiatischen bzw. buddhistischen Ländern ist weiß noch heute die gängige Trauerfarbe.

 

3. Warum wirft man Sand, Erde oder Blumen in das geöffnete Grab?

Das Werfen von Sand oder Erde auf die Urne oder den Sarg symbolisiert das gemeinsame symbolische Schließen des Grabes. In Anlehnung an die Dreifaltigkeit wurde dies traditionell drei Mal wiederholt. Heutzutage werden für diesen Brauch oft auch farbenfrohe Blütenblätter genutzt. Es ist ein Ritual um Abschied zu nehmen und eine Art letzter Dienst.

 

4. Woher kommt die Tradition des Leichenschmauses?

Der Begriff ist etwas unglücklich. Alternativ wird auch oft von Trauermahl, Leidessen oder Tränenbrot gesprochen. Früher stellte dieses gemeinsame Essen nach der Beisetzung eine vollwertige Mahlzeit dar. Dies hatte praktische Gründe, denn die Gäste reisten oft von weit her an und mussten verköstigt werden. Darüber hinaus gilt dieses Beisammensein als soziales Ritual. Nach dem Motto „Essen hält Leib und Seele zusammen“ trägt es dazu bei, dass der trauernde Mensch wieder in die Gemeinschaft der Lebenden hineinfinden kann.

 

5. Gibt es eine Region in der das Sterben verboten ist?

Klingt komisch aber in der Tat: Auf Spitzbergen ist das Sterben verboten. In der Stadt Longyearbyen wurde in den 1950er Jahren ein Gesetz verabschiedet, das besagt, dass sich die Bewohner vor ihrem Tod auf das Festland begeben müssen. Der Grund für dieses kuriose Gesetz ist der regionale Permafrostboden. Der dauerkalte Untergrund macht Beerdigungen unmöglich. Der Leichnam würde konservieren.

 

Sie haben Lust auf noch mehr kuriose Fakten?

Im RUHEBAUM-Magazin erfahren Sie in regelmäßigen Abständen Wissenswertes rund um die Themen „Sterben, Tod und Trauer“. Tragen Sie sich gerne in den RUHEBAUM-Newsletter ein, um keinen Artikel zu verpassen.

 


Heimat, Bestatter

Beerdigt fernab der Heimat

Was bedeutet eigentlich Heimat?

Was ist Heimat für Sie? Ist Heimat der Ort, an dem Sie geboren wurden? Ist Heimat stets dort, wo Sie aktuell leben? Oder ist Heimat da, wo Freunde und Familie wohnen? Was, wenn diese weit verstreut sind? Gibt es eine Mehrzahl von Heimat? Muss Heimat überhaupt mit einem Ort verbunden sein? Warum wir das alles fragen? Weil der Begriff vom „Heimatfriedhof“ in unserer Gesellschaft so fest verankert, aber der Begriff der „Heimat“ .

Traditionelle Bestattungskultur

Denkt man an traditionelle Beerdigungen, dann fanden diese zumeist am Wohnort des Verstorbenen statt. Auf dem sogenannten Heimatfriedhof. Nicht selten wurde das gesamte Leben in dieser Region verbracht. Von der Geburt bis zum Tod – man kannte sich, war eine Einheit. Nicht selten gibt es Familiengräber und -Gruften, in denen verstorbenen Familienmitglieder seit Generationen ihre letzte Ruhe finden. Friedhöfe bildeten eine Art Zentrum – teilweise geografisch, mit der Kirche im Dorfkern, immer aber emotional. Der ganze Ort nahm teil am Abschied. Regelmäßige Besuche am Grab und das Aufeinandertreffen mit bekannten Gesichtern gehörten zur Erinnerungskultur. Der Heimatfriedhof war Anker und Fixpunkt, nicht selten aber auch Zwang. Vieles, und sei es nur die „anständige“ Grabpflege, wurden genauestens beobachtet. (vgl. „Friedhofskultur und Friedhofsplanung im frühen 21. Jahrhundert“), https://www.aeternitas.de/inhalt/downloads/studie_friedhofsplanung.pdf)

Eine neue Art von Heimat

In Zeiten der Globalisierung ist das Konzept der letzten Ruhestätte am Wohnort des Verstorbenen längst nicht mehr für alle möglich. Durchschnittlich wechseln die Deutschen knapp sechs Mal im Laufe des Lebens den Wohnort – Tendenz steigend. Studium, berufliche Veränderungen, Auslandsaufenthalte – Umzüge gehören einfach dazu. Dadurch weicht traditionelle Begriff der Heimat auf. Selbst, wenn man konstant an einem Ort lebt, dann wohnen häufig die Angehörigen und Freunde weit zerstreut. Die Familie – oft der Inbegriff von Heimat – lebt leider längst nicht mehr dicht beieinander. Die Sehnsucht nach einem familiären Ankerpunkt bleibt zumeist aber bestehen.

Bestattungsplanung im Spannungsfeld

Was zu Lebzeiten mit viel Organisation, Reisen und gegenseitigen Besuchen verbunden ist, wird zum Lebensende hin oft schwer. Bei der Planung der eigenen Bestattung befinden sich viele im Spannungsfeld zwischen verinnerlichten Traditionen („Das gehört sich so.“), fremden Vorstellungen („Also ich würde das so nicht machen.“) und den sorgenvollen Gedanken, Aufwand zu verursachen („Die Grabpflege kostet Zeit und Geld.“) oder vergessen zu werden („Kommt überhaupt jemand den langen Weg, nur für ein paar Minuten auf dem Friedhof?“). Häufig erscheint als beste Option, die Grabstätte auf dem Friedhof des letzten Wohnortes zu buchen, inklusive Grabpflege. Keine großen Erklärungen, geringer Aufwand, irgendwie traditionell. Aber ist das wirklich Ihre Vorstellung von der letzten Heimat?

„Nicht wo wir leben, wo wir uns vorstellen, sterben zu können, da ist Heimat.“

Nikolaus Cybinski

Was ist Ihre Vorstellung von der letzten Heimat?

Damit Sie sich diesem Thema nähern können, haben wir ein paar Aussagen zusammengetragen. Wir möchten Sie einladen, diesen einmal nachzuspüren.

  • Ich werde am Familiengrab beigesetzt – das gehört sich einfach so.
  • Ich bin oft umgezogen – ich habe gar keinen klassischen „Heimatfriedhof“.
  • Ich bin mir noch nicht sicher, ob mein Grab am Wohnort meiner Tochter oder bei meinem Sohn sein wird.
  • Ich möchte es meinen Hinterbliebenen recht machen.
  • Allen Angehörigen gleichsam gerecht zu werden, ist schwer.
  • Ich möchte, dass meine Hinterbliebenen keinen Aufwand mit der Grabpflege haben.
  • Mir sagen traditionelle Friedhöfe eigentlich gar nicht (mehr) so zu.

Wenn eine oder mehrere dieser Aussagen auf Sie zutreffen, dann empfehlen wir, sich der Frage, wo Sie eigentlich begraben sein wollen, noch einmal zuzuwenden. Wichtig ist, was SIE sich vorstellen können.

„Heimat ist kein Ort. Heimat ist ein Gefühl.“

Herbert Grönemeyer

RUHEBAUM als Alternative zum Heimatfriedhof

Mit unserem innovativen und nachhaltigen RUHEBAUM Konzept müssen Sie sich nicht für eine „alte“ oder „fremde“ Heimat entscheiden, sondern laden Ihre Angehörige in eine neue ein. Fernab von Friedhofsmauern – mit viel Platz. Ein Raum in der Natur, der zum Verweilen einlädt. Unsere drei RUHEBAUM Standorte befinden sich inmitten des Wallersteiner Forstes. Die Gerüche und Geräusche des Waldes, die jeder aus seiner Kindheit kennt, schaffen eine besondere Mikro-Heimat. Ankommen. Durchatmen. Nachdenken. Wie ein kleiner Urlaub. So bleibt der Besuch bei Ihnen für Ihre Angehörigen auch nach Ihrem Tod ein kleiner Familienausflug. Ohne Zwang, denn die Grabpflege übernimmt bei uns die Natur. Stiften Sie mit einem Familienbaum einen neuen, grünen Mittelpunkt für Ihre Lieben.

 

Sie interessieren sich für unser RUHEBAUM Konzept?

Erste Eindrücke gewinnen Sie über unsere Onlineführung. Fühlen Sie sich darüber hinaus herzlich willkommen, ganz persönliche Eindrücke bei einem Besuch unserer RUHEBAUM Wälder zu sammeln. Sehr gerne bieten wir Ihnen – kostenfrei und unverbindlich – auch einfühlsame Führungen mit einer RUHEBAUM Försterin an.


Beerdigung planen

Warum sollte ich eine Beerdigung planen?

So profan es klingt: Es ist nie zu früh – und selten zu spät.

Ausgerechnet eine Beerdigung planen. Sei es die von nahen Verwandten, oder gar die eigene?

Es ist ganz natürlich, dass sich die Menschen nicht gerne mit Tod und Sterben befassen. Tenor: Er ist doch noch so weit weg … oder … Ich will ihn nicht herbeiplanen!

 

Doch schon Abraham Lincoln sagte:

„Der Beste Weg, die Zukunft vorauszusagen ist, sie selbst zu gestalten.“

 

Um wen geht es bei meiner Planung?

  • Sorgen Sie „nur“ für sich selbst?
  • Wollen Sie die Familie in Ihrer Ruhestätte dabei haben?
  • Planen Sie über die Familie hinaus? Vielleicht mir Freunden zusammen?
  • Oder haben Sie vielleicht ganz eigene, kreative, für andere „verrückte“ Ideen?

Selbst zu gestalten ist die beste Möglichkeit, das Thema aus dem Kopf zu bekommen. Egal in welchem Alter und egal, in welcher Situation ich mich befinde.

Es gibt doch nichts Wichtigeres, als das eigene Wollen, die eigenen Bedürfnisse verwirklich zu wissen. Auch bei so kniffligen Fragen, wie dieser, wie und wo ich einmal bestattet werden will.

Grundsätzliches

Welche Bestattungsmöglichkeiten gibt es denn? Was kann, was darf passieren. Welche Ruhemöglichkeiten gibt es für mich, oder für die Menschen, die ich liebe?

Welche Grabstätte stelle ich mir einmal vor?

  • Aschestreuwiese
  • Gemeinschaftsgrab
  • Gruft
  • Kolumbarium
  • Rasengrab
  • Urnengrab
  • Urnenstele

Welche Art der Bestattung soll es sein? Hier ein kurzer Überblick über die Möglichkeiten:

  • Beisetzung

Oberbegriff für den gesamten Prozess zwischen Todesfall und der Einbringung von Verstorbenen in ein Grab.

  • Baumbestattung

Hier findet die Asche der Verstorbenen im Wurzelbereich eines Baumes die letzte Ruhe. Das kann sowohl auf einem Friedhof als auch in eigens angelegten Bestattungswäldern geschehen.

  • Erdbestattung

Bei der Erdbestattung findet die Beisetzung in einem Sarg auf dem Friedhof in Wahl- oder Reihengräbern. Bei der Erdbestattung besteht in Deutschland Sargpflicht.

  • Feuerbestattung

Bei der Feuerbestattung werden die Verstorbenen in einem Krematorium verbrannt. Die Asche ist so die Voraussetzung für weitere Bestattungsarten, wie z.B.

  • Waldbestattung

Die Nachfrage nach naturnahen oder gar ökologischen Bestattungsformen steigt ständig. Noch lassen die geltenden Regelungen zur Friedhofspflicht in Deutschland nur in Ausnahmefällen andere Möglichkeiten zu.

  • Ascheverstreuung

In Deutschland ist das Verstreuen der Totenasche in der freien Natur wegen des Friedhofszwanges nicht möglich. Es ist nur über bürokratische Umwege möglich.

  • Seebestattung

Bei der Seebestattung wird die Asche in einer wasserlöslichen Urne in ausgewiesenen Gebieten der Nord- oder Ostsee übergeben. Dafür ist eine behördliche Genehmigung nötig und die Verstorbenen müssen einen besonderen Bezug zur See gehabt haben.

  • Anonyme Erdbestattung

Hier werden die Verstorbenen in einem Sarg auf dem Friedhof beigesetzt, jedoch ohne irgendwelche Namenskennzeichnungen anonym, meist unter einer Rasenfläche.

  • Diamantbestattung

Aus der Krematoriumsasche eines Menschen können (sogar mehrere) Diamanten hergestellt werden, die von den Hinterbliebenen dann meist als Schmuck am Körper getragen werden.

  • Anonyme Feuerbestattung

Synonym zur anonymen Erdbestattung werden die Urnen der Verstorbenen auf neutralen Gemeinschaftsgrabfelder eingebracht.

  • Urnenbestattung

Die Verstorbenen werden in einem Krematorium verbrannt. Die durch die Verbrennung entstandene Asche wird in einer Kapsel gesammelt und auf Wunsch in einer Urne gesammelt.

Wenn Sie sich darüber im Klaren geworden sind, welche Art der Bestattung für Sie die Richtige ist, raten Experten dazu, eine Bestattungsverfügung zu formulieren. Um die Organisation der Bestattung zu erleichtern, können im Vorfeld Wünsche festgehalten werden, die den Ablauf der Beerdigung betreffen. Aber auch spezielle Dokumente für diverse Bestattungsarten, wie z.B. eine Seebestattungsverfügung, können Angehörige entlasten.

Tun Sie das jetzt.

Laden Sie sich unsere Checkliste für die Planung Ihrer Bestattung herunter.

Welche Art der Bestattung soll es sein? Hier ein kurzer Überblick über die Möglichkeiten:

Besetzung: Oberbegriff für den gesamten Prozess zwischen Todesfall und der Einbringung von Verstorbenen in ein Grab.

Baumbestattung: Hier findet die Asche der Verstorbenen im Wurzelbereich eines Baumes die letzte Ruhe. Das kann sowohl auf einem Friedhof als auch in eigens angelegten Bestattungswäldern geschehen.

Erdbestattung: Bei der Erdbestattung findet die Beisetzung in einem Sarg auf dem Friedhof in Wahl- oder Reihengräbern. Bei der Erdbestattung besteht in Deutschland Sargpflicht.

Feuerbestattung: Bei der Feuerbestattung werden die Verstorbenen in einem Krematorium verbrannt. Die Asche ist so die Voraussetzung für weitere Bestattungsarten, wie z.B.

Waldbestattung: Die Nachfrage nach naturnahen oder gar ökologischen Bestattungsformen steigt ständig. Noch lassen die geltenden Regelungen zur Friedhofspflicht in Deutschland nur in Ausnahmefällen andere Möglichkeiten zu.

Ascheverstreuung: In Deutschland ist das Verstreuen der Totenasche in der freien Natur wegen des Friedhofszwanges nicht möglich. Es ist nur über bürokratische Umwege möglich.

Seebestattung: Bei der Seebestattung wird die Asche in einer wasserlöslichen Urne in ausgewiesenen Gebieten der Nord- oder Ostsee übergeben. Dafür ist eine behördliche Genehmigung nötig und die Verstorbenen müssen einen besonderen Bezug zur See gehabt haben.

Anonyme Erdbestattung: Hier werden die Verstorbenen in einem Sarg auf dem Friedhof beigesetzt, jedoch ohne irgendwelche Namenskennzeichnungen anonym, meist unter einer Rasenfläche.

Diamantbestattung: Aus der Krematoriumsasche eines Menschen können (sogar mehrere) Diamanten hergestellt werden, die von den Hinterbliebenen dann meist als Schmuck am Körper getragen werden.

Anonyme Feuerbestattung: Synonym zur anonymen Erdbestattung werden die Urnen der Verstorbenen auf neutralen Gemeinschaftsgrabfelder eingebracht.

Urnenbestattung: Die Verstorbenen werden in einem Krematorium verbrannt. Die durch die Verbrennung entstandene Asche wird in einer Kapsel gesammelt und auf Wunsch in einer Urne gesammelt.


Selbstbestimmung bis zum Schluss

Neben den klassischen Erd- und Feuerbestattungen gibt es außergewöhnliche Möglichkeiten einer Beisetzung.

Selbstbestimmung bis zum Schluss

Menschen tendieren immer mehr zu Vorsorge und sogar Nachhaltigkeit ist ein Thema. 

Ein Auszug aus einem Artikel der Augsburger Allgemeine von Sophia Huber

[...] Dass der Trend weg von den klassischen Friedhofsbestattungen geht, zeigt das Interesse für Ruhewälder der fürstlichen Familie zu Oettingen-Wallerstein. Carl Eugen Erbprinz zu Oettingen-Wallerstein und seine Kollegen sind derzeit in den Planungen für den dritten Ruhewald in der Nähe von Fremdingen. Der erste wurde vor einem Jahr in dem Bereich des Harburger Bocks erschlossen, kurz darauf folgte der zweite in einem Buchenwald auf der Ostalb. „Wir haben sehr viele Vorsorgekunden, die sich gerne lange im Voraus einen Baum aussuchen“, sagt Oettingen-Wallerstein. Zweimal im Monat bietet die fürstliche Familie öffentliche Führungen in den Ruhewäldern an. „Die Termine sind kostenlos und ganz unverbindlich“, sagt er.

Er sieht für die Lebenden einen großen Vorteil in der Vorsorgeberatung: „Nach dem Tod ist erst einmal viel Chaos, wenn im Vorfeld schon viel geregelt wurde, ist das eine Erleichterung für die Angehörigen.“ Die Ruhewälder werden deutlich besser angenommen als er zuvor gedacht habe. Gerade für die Deutschen habe der Wald eine große Bedeutung und sei mit dem Tod eines der natürlichsten Dinge der Welt.

Zu Oettingen-Wallerstein ist der Meinung, dass die Atmosphäre in einem Ruhewald eine ganz andere sei: „Man geht mit Kindern eher mal im Wald spazieren als auf dem Friedhof. Bei einem Waldbesuch kann man die Verstorbenen ohne das beklemmende Friedhofsgefühl besuchen.“ In den Ruhewäldern gebe es die Möglichkeit, einen Familienbaum zu kaufen. Sollten die Enkel dann einmal nicht mehr in der Heimat wohnen und woanders beigesetzt werden, ist der Gedanke eines gemeinsamen Familienortes trotzdem schön, meint der Unternehmer. „Es gab sogar einmal Nachbarn, die haben sich gemeinsam einen Baum gekauft, die trennen sich sozusagen nie“, erzählt er. Um die Grabpflege im Wald kümmere sich die Natur. Er habe die Erfahrung gemacht, dass damit der Druck von vielen Angehörigen falle. Vor allem ältere Menschen würden sich Gedanken darüber machen, wie das Grab, das sie pflegten, aussehe.[...]

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier online oder als Download


Leichenschmaus

Leichenschmaus zu Lebzeiten?

Ein 77-Jähriger lud seine Freunde und Bekannten zu einem Lebensfest

Ein Auszug aus einem lesenswerten Artikel der Augsburger Allgemeine von Josef Karg

So existenzielle Ereignisse wie der Tod sind in Bayern seit jeher reich von Bräuchen und Traditionen umflort. Bisweilen spannt man Leben und Tod sogar zusammen wie bei dieser Geschichte aus dem Nördlinger Ries, die von einer sehr ungewöhnlichen Form des Leichenschmauses handelt.

Das Problem am traditionellen Leichenschmaus: Die Hauptperson ist nicht dabei

Ein wesentliches Merkmal einer traditionellen katholischen Beisetzung ist ja bekanntlich das Essen hinterher. Über die Jahrhunderte hat sich die Tradition gehalten. Oft bleiben die Trauergäste bis zum Abend fröhlich vereint, manchmal spielt sogar eine Blaskapelle zum Tanz auf.

Das Problem beim Leichenschmaus ist: Die Hauptperson kann aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr mit dabei sein. Das wiederum wollte Hans Urban aus Ederheim bei Nördlingen so nicht akzeptieren. Und darum hat der 77-Jährige, der nach eigenen Angaben noch bei „guter Gesundheit“ ist, kürzlich Freunde und Bekannte zu sich nach Hause eingeladen, um mit ihnen seinen eigenen Leichenschmaus als „Lebensfest“ zu begehen.

Schließlich könne einen in seinem Alter jederzeit der Tod ereilen, argumentiert der frühere katholische Pfarrer. Da wolle er vorher noch einmal mit allen, die ihm wichtig sind, feiern und sich anständig verabschieden. Und wie bei einem echten Leichenschmaus auch, durfte dabei das handfest Kulinarische nicht fehlen. „Mit Salaten und Würsten, mit Kaffee und Kuchen war für das leibliche Wohl eines jeden gesorgt“, erzählt Urban[....]

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Foto: J.Karg/Augsburger Allgemeine